Gehen
05.08.-11.09.2022
Lisa Großkopf, Kateryna Lysovenko, Norbert Trummer, Franz Vana

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Kunstprojekt in Kooperation mit HOCHSOMMER.ART & Auswanderermuseum Güssing

Ausstellung im Auswanderermuseum Güssing, Öffnungszeiten:

05.08.-15.08.2022, Do-So, 14.00-18.00 Uhr

16.08-11.09.2022, Sa, So, 14.00-18.00 Uhr

Amerika. Eine Intervention im öffentlichen Raum Jennersdorf von Lisa Großkopf

(Stadtapotheke, Ecke Hauptstraße/Friedhofgasse), ab 05.08.2022 -

Abschlussführung mit der Kuratorin: Sonntag, 11.09., 15.00-16.00 Uhr im Auswanderermuseum Güssing

MIDISSAGE, Sonntag, 14.08.2022, ab 17 Uhr mit Picknick, Künstler*innengespräch & Konzert von Hirsch Fisch, aka "die beste Dialekt Band der Welt" (FALTER) 

Was heißt gehen, was weggehen?

Die Kunsthalle Burgenland widmet sich dem Gehen.

Als ortsungebundene Institution in Bewegung macht die Kunsthalle Burgenland das Auswanderermuseum Güssing, wo die Auswanderungswellen der burgenländischen Bevölkerung dokumentiert sind, zum Ort künstlerischer Auseinandersetzung. Zudem setzt die Ausstellung in einer Intervention an der Stelle des Auswandererbüros in Jennersdorf zum Gehen und zum Ankommen ein emphatisches Zeichen.

Die seit 1992 von der Burgenländischen Gemeinschaft in der alten Hofmühle akkurat gesammelten und hier öffentlich ausgestellten Dokumente über das große Weggehen und die Verbundenheit zur alten Welt - von ca. 1860 und bis 1955 sind tausende Burgenländer in die USA abgewandert  - bieten einen reichen Boden, um sich dem stets aktuellen Thema der Flucht und der Anstrengung des Gehens, aber auch der des Ankommens, des Heimwehs, der Verbundenheit mit der Heimat und nicht zuletzt auch der Hoffnung zu widmen, die das Weggehen mit sich bringt.  


Die Arbeiten von vier selbst zugezogenen oder weggezogenen Künstler*innen verweben sich mit dem Vorhandenen. Das Gehen wird im Innen- und Außenraum des südburgenländischen Grenzraumes aktualisiert. Durch Norbert Trummers gezeichnete Wanderschaft wird einerseits etwa die physische Veränderung spürbar, während man in Kateryna Lysovenkos mythologisch inspirierten Malereien eine Erklärung zum Dableiben aus Verantwortung erahnen kann.  Franz Vana und Lisa Großkopf wiederum widmen sich sprach- und bildkritisch ganz direkt den Vorstellungen der Heimat und der Sehnsucht nach einem besseren Leben: Von denen die Gehen, bzw. Kommen und denen die Bleiben. 

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Franz Vana, Blick ins Studio 2021 mit Land Ende

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Kateryna Lysovenko, Kinderspiel am Denkmal, 2021

Lisa Großkopf (*1989 in Wien, aufgewachsen in Wien und in Weiden am See), studierte Grafikdesign & Fotografie (BA/MA), sowie Bildende Kunst an der Kunstuniversität Linz (MFA), Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen. U.a. Gabriele-Heidecker-Preis, Die Grünen – Die Grüne Alternative Linz, Startstipendium für Fotografie, BKA Österreich, Emanuel und Sofie Fohn-Stipendium, Fred Adlmüller-Stipendium, Universität für angewandte Kunst Wien, Auslandsstipendium, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, 2016–2019 TransArts (MA), Universität für angewandte Kunst Wien, 2019 Ö1 Talentestipendium, Wiener Städtische/Ö1 (Nominierung), Würdigungspreis für beste Diplomarbeit, Stadt Wien, Winter 2019/20 Truth and Lies – Aesthetic Practices in Times of Fake News, Center for Artistic Research and Arts-Based-Philosophy, Adishakti, Tamil Nadu und bei Le Cube, Rabat, MA. Sie stellt international aus u.a. 2021 im Kunstraum Super, Wien, Suahtsnuk am Kunsthaus Graz, 2022, in der Isaiah Mansion, Athen (GR) und im Kühlhaus Görlitz (DE). Ihre Arbeiten zwischen Performance, Film und Fotografie widmen sich den unterschiedlichen Wahrheitskonstruktionen. 

Kateryna Lysovenko ( *1989 in Kiew, lebt seit April 2022 in Graz) erhielt eine klassische Kunstausbildung an der M.B. Grekova Odessa Art College, dann studierte sie an der NAOMA und absolvierte gleichzeitig den Kurs "Zeitgenössische Kunst" an der KAMA. In jüngster Zeit hat sie im Gedenkmuseum „Territory of Terror“, Lwiw, ausgestellt sowie in der Galerie Voloshyn, Kyjiw, der Galerie Tiro al Blanco, Guadalajara im Rahmen der Ausstellung „Transcending Boundaries“, 2021, und der Galerie BWA, Zielona Góra, wo sie 2022 auch Artist-in-Residence war. Ihre Aktionen verweisen auf die ideologischen Verschiebungen nach dem Zusammenbruch der UdSSR . Sie gehörte mit Ausbruch des Krieges zu den Frauen, die Ende März mit ihren Kindern das Land verließen und ihre Partner*innen, Eltern und Freund*innen zurücklassen mussten. Lysovenko's künstlerische Sprache entwickelte sich aus dem Erbe der sozialistisch-realistischen Malereitradition, die sie sich im Wandel des politischen und sozialen Umfeldes der 2000er Jahre zu einer Form aktivistischer Malerei umgewandelte. Vermehrt ist sie mit ihren Bildern auch in den sozialen Medien aktiv, wo ihre Bilder öffentliche Diskurse über den Krieg, die Flucht und den Widerstand anregen.

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Lisa Großkopf, Alles Meins, 2021, Bild: Lena Schwingshandl

Norbert Trummer (* 1962 in Leibnitz/Steiermark geboren) wächst ab dem 4. Lebensjahr in Loipersdorf auf. Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Stipendienaufenthalte in Krakau 1994, Budapest 1998, Krumau 2003 und Rom 2008, 1998 Georg Eisler Preis, 1999 Bauholding Preis, 2005 Staatsstipendium. Zahlreiche Publikationen, u.a. mit den Autoren Bodo Hell und Franzobel im Verlag Bibliothek der Provinz. Ausstellungen im In- und Ausland: u. a. Kunsthalle Exnergasse 1997, Leopold Museum 2011, Kunsttankstelle Ottakring 2022, Wien; Galerie im Traklhaus 2002, Galerie Altnöder 2007, Museum der Moderne 2009, Salzburgmuseum 2016, Salzburg; Kulturzentrum bei den Minoriten 2011/2018, Neue Galerie 2003/2009 und Kunsthaus 2012, Universalmuseum Joanneum, Galerie artepari 2019/2021, Graz;  Museum Stift Admont 2006/2022; kunsthaus muerz 2016/2021, Mürzzuschlag; Galleria d’Arte Moderna 2002, Bologna; Museum der bildenden Künste 2007, Leipzig; Slought Foundation 2008, Philadelphia; Centro de Desarrollo de las Artes Visuales 2015, Havanna; Horst Janssen Museum 2021, Oldenburg.

Trummer der mit dem Farbstift die Welt erkundet, hat in den letzten Jahren ein malerisches Konzept entwickelt, das Zeichnung, Malerei und Animationsfilm auf komplexe Art miteinander in Beziehung setzt. Seine Arbeiten reagieren meist auf konkrete Ortserfahrungen, die er dem Publikum langsam und in Schichten in Erfahrung bringt. Trummer spielt Ukulele, Akkordeon, Harmonium und singt. CD Veröffentlichungen mit den Bands „Scheffenbichler“ und „Hirsch Fisch“. Gemeinsam und höchst erfolgreich - laut FALTER der beste Dialekt-Pop der Welt - mit Klaus Tschabitzer aka Johnny Schwimmer: am Banjo, der Dobro, Gitarre und Perkussion.

Franz Vana (* 1950 in Bad Tatzmannsdorf, Burgenland, lebt und arbeitet in Wien und Rauchwart) studierte bei Oswald Oberhuber, hatte nationale und international Ausstellungen u.a. 2022 Black is the Loneliest Color, Kunstverein Eisenstadt, 2021 eine Solopräsentation in der Galerie ConClusius, Güssing, 2019 Alfred Schmeller. Das Museum als Unruheherd
mumok (Museum moderner Kunst Wien), Wien, 2019 Flowers of Sulphur, Galerie Hubert Winter, 2018 ARTE NOAH 2018, Kunsthalle Feldbach, 2016 Rouven Dürr vs. Franz Vana, D.U.O.​, 2004, SEEhistory 2004 - Der Demokratische Blick, 
Kunsthalle Kiel, 1997 schwerelos, Ludwig-Museum, Budapest, 1994, ARTprop, New York. Seit vielen Jahren verbunden mit der Galerie Hubert Winter, ist Vana internationales bekannt vor allem für seine Wort-Bildmontagen, aber auch für seine Set Designs und seine raumgreifenden skulpturalen Zeichensetzungen. Seine Praxis verwebt sprachliche Begriffe mit Symbolen und modellhaften Gestalten und schafft daraus nicht selten höchst expressive surreale Gebilde, wo „das Ornament zum konzipierten Dialog zwischen Form und Erzählung wird “. 

Unterstützt von Auswanderermuseum Güssing, Stadtapotheke zum Salvator in Jennersdorf, Gemeinden Jennersdorf und Güssing.

Dank an die Künstler*innen und für wissenschaftliche und historische Beratung an den Verein Pulverturm, an die Burgenländische Gemeinschaft mit allen voran Karl Pratl, Erwin Weinhofer und Walter Duijmovits.

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Norbert Trummer, kein Maulwurfshügel (Still), 2016

Lisa Grosskopf (*1989 in Wien, aufgewachsen in Wien und in Weiden am See), studierte Grafikdesign & Fotografie (BA/MA), sowie Bildende Kunst an der Kunstuniversität Linz (MFA), Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen. U.a. Gabriele-Heidecker-Preis, Die Grünen – Die Grüne Alternative Linz, Startstipendium für Fotografie, BKA Österreich, Emanuel und Sofie Fohn-Stipendium, Fred Adlmüller-Stipendium, Universität für angewandte Kunst Wien, Auslandsstipendium, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, 2016–2019 TransArts (MA), Universität für angewandte Kunst Wien, 2019 Ö1 Talentestipendium, Wiener Städtische/Ö1 (Nominierung), Würdigungspreis für beste Diplomarbeit, Stadt Wien, Winter 2019/20 Truth and Lies – Aesthetic Practices in Times of Fake News, Center for Artistic Research and Arts-Based-Philosophy, Adishakti, Tamil Nadu und bei Le Cube, Rabat, MA. Sie stellt international aus u.a. 2021 im Kunstraum Super, Wien, Suahtsnuk am Kunsthaus Graz, 2022, in der Isaiah Mansion, Athen (GR) und im Kühlhaus Görlitz (DE). Ihre Arbeiten zwischen Performance, Film und Fotografie widmen sich den unterschiedlichen Wahrheitskonstruktionen. 

Kateryna Lysovenko ( *1989 in Kiew, lebt seit April 2022 in Graz) erhielt eine klassische Kunstausbildung an der M.B. Grekova Odessa Art College, dann studierte sie an der NAOMA und absolvierte gleichzeitig den Kurs "Zeitgenössische Kunst" an der KAMA. In jüngster Zeit hat sie im Gedenkmuseum „Territory of Terror“, Lwiw, ausgestellt sowie in der Galerie Voloshyn, Kyjiw, der Galerie Tiro al Blanco, Guadalajara im Rahmen der Ausstellung „Transcending Boundaries“, 2021, und der Galerie BWA, Zielona Góra, wo sie 2022 auch Artist-in-Residence war. Ihre Aktionen verweisen auf die ideologischen Verschiebungen nach dem Zusammenbruch der UdSSR . Sie gehörte mit Ausbruch des Krieges zu den Frauen, die Ende März mit ihren Kindern das Land verließen und ihre Partner*innen, Eltern und Freund*innen zurücklassen mussten. Lysovenko's künstlerische Sprache entwickelte sich aus dem Erbe der sozialistisch-realistischen Malereitradition, die sie sich im Wandel des politischen und sozialen Umfeldes der 2000er Jahre zu einer Form aktivistischer Malerei umgewandelte. Vermehrt ist sie mit ihren Bildern auch in den sozialen Medien aktiv, wo ihre Bilder immer wieder Diskurse anregen.

Dank für die wissenschaftliche und historische Beratung an den Verein Pulverturm, an Walter Dujmovits, an das Auswanderermuseum, dabei vor allem an Karl Pratl und Erwin Weinhofer, sowie Dank den unterstützenden Gemeinden Jennersdorf und Güssing.